Hilfe & psychologische Unterstützung zum Jahreswechsel

Ich biete seit kurz vor dem Jahreswechsel kostenfreie »Entlastungsgespräche« & »Erste Hilfe in Krisenfälle« an. Wie schon letztes Jahr, im Rahmen einer persönlichen »Initiative zur psychischen Gesundheit während der Corona-Krise (und den Maßnahmen zur Eindämmung)«_und meiner zeitlichen Möglichkeiten_ biete ich auch dieses Jahr , diesmal zum Jahreswechsel, diese kostenlosen Gespräche den ganzen Monat Januar an.

Meine persönlichen Beweggründe, genauer gesagt meine Gedanken dazu weshalb meines Erachtens gerade zum Jahreswechsel diesem Thema noch immer zu wenig (gesellschaftliche) Aufmerksamkeit im eigenen, nächsten Umfeld geschenkt wird, habe ich in diesem Blogbeitrag zusammengefasst. Link in Bio.



Wie auch zu Weihnachten ist auch gerade der Jahreswechsel und vor allem die daran angrenzende Zeit danach für viele Menschen eine psychisch sehr herausfordernde Zeit intensiver Gefühle und großer Erwartungen - das auch schon ohne Pandemie und der damit verbundenen Massnahmen. Aber warum ist gerade diese Zeit, oder genauer, unser Erleben dieser Zeit, dermaßen begleitet von temporären/„saisonalen“ Depressionen aber auch intensivem Krisenerleben bis hin zu einer statistisch-erschreckenden Zahlen von Suizide?


Natürlich ist es einerseits auf Grund der Komplexität der Verstrickungen der Einzelfaktoren aber eben auch auf Grund der hoch individuellen, einzelnen »Lebenssituationen« kaum möglich pauschal oder auch in einer verallgemeindenen Kürze auf eine klare - auf »die eine« - Ursache zu deuten.

Dennoch sind einige Faktoren gut bekannt und signifikant relevant die zu einer ungünstigen, negativen Verschiebung der psychologischer Befindlichkeit in dieser Zeit, vor allem der Zeit um den Jahreswechsel, führen können.



Die Zeit der Nächstenliebe


Mit der Vorweihnachtszeit beginnend, über Neujahr, ist eine »mediale« Präsenz von Aktionen, Shows und andere Medienformate zum Thema »Menschen helfen Menschen in Not« weit verbreitet. An sich eine wunderschöne Sache im Zeichen der Nächstenliebe. Psychisch belastete Menschen können jedoch gerade durch die ihre Wahrnehmung, dass eben »jenen in Not geholfen wird«, aber »ihnen nicht« oft ein, wider der eigentlich schönen Grundidee, negatives Erleben empfinden, da sie, mit ihren »unsichtbaren« (psychischen) Problemen nicht »inkludiert«, schlichtweg »nicht gesehen«, »übersehen«, werden und somit Gefühle von Separation und Einsamkeit sogar damit verstärkt werden. Weiters ist eine weitere, sozialpsychologische Komponente diesbezüglich tückisch. Denn auch eine starke allgemeine, gesellschaftliche Prägung, nämlich die, dass in dieser besonderen, festlichen Zeit ein fast schon dogmatisches »glückliches Miteinander« erwartet wird, genauer gesagt, dass es einem »gut zu gehen hat« erhöht den Druck massiv bei jenen, denen dies nicht möglich ist, beziehungsweise, dies durch fehlende soziale oder auch familiäre Strukturenen nicht gelingt. Dieses, oft starke, Defizitempfinden begleitet oft ein Gefühl eines Scheiterns und kann die/den Betroffene(n) in eine tiefe Krise stürzen.



Pandemie: Das Fehlen von sozialen Kontakten


Es war durchaus üblich, dass vor 2019 ein professioneller Rat bei depressiver Verstimmtheit in diesem Kontext meist beinhaltete, dass man, möglichst außerhalb der eigenen vier Wände, Zeit mit Menschen verbringen, beziehungsweise soziale Kontakte im Rahmen eigener Möglichkeiten pflegen, solle. Die Enge dieser eigenen vier Wände, auch jene der eigenen Familie, und deren Auswirkung auf unsere Psyche wird gerade in diesen Zeiten durch die restriktiven, sozialen Beschränkungen, leider in breiter, un-spezifischer Form, augenscheinlich sichtbar und deren Tragweiter immer klarer bewusst. Wir alle sind aber grundlegend »soziale Wesen« und als solche erleben wir »uns«, zu mindest zu einem signifikanten Teil, im »du und ich«. Ohne Nähe, reale Präsenz und Berührung verkümmern wir als Menschen und negative Stimmungen werden somit massgeblich verstärkt.



Anfang und Ende eines erlebten Zyklus


Alles entsteht, alles vergeht. Diesem Kreislauf ist der Mensch unweigerlich unterworfen. Oft wird gerade dieser Zyklus, genauer gesagt dessen Abschluss und der Neubeginn eines neuen, zum Anlass genommen (negativ gefärbt) zurückzublicken, zu resumieren - eine »Bilanz über das eigene Leben« zu ziehen - und damit womöglich Enttäuschungen hinsichtlich der Diskrepanz zwischen Wunsch/Ziel und dem tatsächlichem, realen Verlauf zu erleben. Viele Menschen begleitet somit eine gewisse Traurigkeit bis hin zum Gefühl des Versagens. Herausfordernd wird es insbesonders, wenn es »der eigenen Identität zugeschrieben wird«, das bedeutet: Nicht „ich habe bei x oder y versagt!“ sondern „»ich bin« ein(e) VersagerIn!“. Somit ist aus psychologischer Sicht durch das erlebte »Verschmelzen von Problem und Person/Identität« ein übliches intervenieren hin zu eigenen, vorhandenen Ressourcen und das Ausformulieren zukünftiger Möglichkeiten oft versperrt oder zumindest erschwert, da der eigenen Handlungsfähigkeit, der »Selbstwirksamkeit«, kein Vertrauen mehr geschenkt wird. Neue, »korrigierende« Handlungen, allerdings mit oft nicht minder hohen Ansprüchen an sich und seine eigenen Leistungen, können dann unter anderem gerade aus diesem »erlebt-gefühlten Defizit« schwer oder nicht erfüllt werden. Ein Teufelskreislauf beginnt.



Biochemische Faktoren


Nicht zuletzt trägt auch die Natur im Wandel der Jahreszeiten ihr Übriges bei. Bedingt durch die geringen Tageslichtstunden schüttet unser Körper, genauer gesagt unsere Zirbeldrüse, verstärkt und länger das Hormon »Melatonin«, auch umgangssprachlich als »Schlafhormon« bekannt, aus welches (zusammen mit Cortisol) ua. für unseren natürlichen Biorythmus, also dem Tag-Nacht-Zyklus, zuständig ist. Produziert, beziehungsweise umgewandelt, wird dieser Botenstoff aus »Serotonin« und durch Enzyme die bei Dunkelheit aktiv und bei Helligkeit gehemmt werden. Daher sehen viele Forscher einen direkten Zusammenhang zwischen den jahreszeitlich bedingten Lichtverhältnisse und depressiven Verstimmungen.

Sogar die Wirkdauer von Serotonin, oft als »Glückshormon« bezeichnet, ist zur Winterzeit in seinem Allzeittief und die sonst positive Wirkung für unser Gemüt und Stimmung stark reduziert. So steht auch dieser Umstand unter Verdacht, zeitgleich mit anderen Faktoren, in den Wintermonaten einen starken Einfluss auf Körper und Psyche zu nehmen und uns schlichtweg »psychisch vulnerabel« im Vegleich zu anderen Jahreszeiten zu machen.


Es ist somit nicht weiter verwunderlich, daß, ursächlich durch die seit den 1980er geleistete Pionierarbeit des südafrikanisch-amerikanischen Psychiaters Norman E. Rosenthal, dem „Vater“ der Licht Therapie, auch »Winterdepression« als Krankheitsbild (unter den Affektiven Störungen) mittlerweile auch anerkannt ist.


Gewöhnlich ist auch hier zumindest zu einem geregelten, strukturierten, »rituellen« Tagesablauf, und der Vermeidung von »überdurchschnittlichem« Schlaf und vor allem (Licht-)Zeit im Freien (auch bei bewölktem Himmel) angeraten - Eine starke, heilsame, regulierende Wirkung hat aber diesbezüglich wieder vor allem »sozialer Kontakt«, was eben zur derzeitigen Lage eine große Herausforderung ist und wohl auch bleibt.


Mein Angebot


Unter der Rufnummer +43 676 5710442, natürlich auch via Whatsapp stehe ich _…_ zur Verfügung. Sollte ich in einer Sitzung sein oder die Kontaktaufnahme zu einem Zeitpunkt ausserhalb _gängiger Geschäftszeiten_ rufe ich im nächst möglichen Moment zurück. Die »Entlastungsgespräche« unterliegen gänzlich der berufs-gesetzlichen (wie auch meiner ethischen) Schweigpflicht und laufen folgender Massen ab: _…_ _kann 5 Minuten oder auch 1 Stunde dauern_

Das Gespräch ist zur Gänze kostenfrei und vollkommen unverbindlich.

Ziel ist dabei: _…_

Gerne stehe ich, sollte es notwendig sein, auch mit meinem sehr gut gepflegtem, persönlichen Netzwerk zur Vergügung um Empfehlungen für KollegInnen _(zum Beispiel: Gewalt und abusives Verhalten gegen Frauen oder perinatale Krisenzustände) auszusprechen die sich auf die eine oder andere Thematik spezialisiert haben._


##|Blog + Instagram| Teil 4:Sammlung Notrufnummern

Folgende Notrufnummern und Anlaufstellen empfehle ich:

Für direkte Nothilfe bei schweren Psychischen Notsituation empfehle ich den PSD (Psychosozialer Dienst Wien) unter 00000


Jugentliche können unter 00000 Rat bei ExpertInnen in Anspruch nehmen. Ebenso Eltern für eine erste Anlaufstelle.


Bei Gewalt-bezogenenen Themen stehen … unter 000000 zur Verfügung.


Weiters … „Spezialnummer“

$ Gewalt und abusive Handlungen gegen Frauen, sowie perinatale Krisenzustände

Und wenn dann die Nacht hereinbricht, erzeugt vor allem unser Widerstand mit Licht entgegen der Dunkelheit, nur allzu leicht eben ein »Innen«. Und ist das Licht Innen erloschen, so gibt es dann keine